Küche

Die Küche als selbständigen Raum gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert. Vorher wurde in der Diele gearbeitet und auch gekocht.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts schließlich, hatte die Küche auch Wohnfunktionen, denn man verbrachte hier einen großen Teil der Freizeit.
Der Herd stellte das wichtigste Einrichtungsstück der Küche dar. Der sogenannte „Sparherd“ ersetzte seit 1850 das offene Feuer. Dabei handelt es sich um eine geschlossene Kochmaschine aus Eisen und Email. Die Hitze sammelt sich in der eisernen Herdplatte und kann nicht mehr nach allen Seiten entweichen. Somit spart man Brennmaterial und der Rauch wird durch den Kamin abgeleitet.
 An der Wand, in der Nähe des Herdes sind die Gegenstände angebracht, welche man beim Kochen ständig benötigt. Haushaltsgeräte ärmerer Bevölkerungsschichten bestanden aus Eisen, Holz und Ton. Nur bei wohlhabenden Leuten fand sich Hausrat aus Kupfer, Messing oder sogar Bronze.
Das Geschirr wurde nicht im Schüttstein selbst gespült, sondern in einer Schüssel oder einem Bottich. Das schmutzige Wasser wurde in das Becken hineingeschüttet und durch ein Rohr direkt ins Freie geleitet. Daher befindet es sich an einer Außenwand.
In der Vorratskammer neben der Küche wurden in die Grundnahrungsmittel wie Mehl, Hülsenfrüchte, Brot, Gewürze und Tee aber auch Küchengeräte aufbewahrt.
 
Der Eisschrank besteht aus Holz und ist mit Zinkblech und Porzellan isoliert. Das Eis bezog man meist von einem Eiswagen, der ungefähr einmal die Woche durch die Straße fuhr. Im „Aufsatzkasten“, dem Buffet, wurde das Alltagsgeschirr aufbewahrt. Das bessere Geschirr stand meist im Wohnzimmer und wurde nur zu besonderen Anlässen hervorgeholt.
Die bäuerlichen Essgewohnheiten unterscheiden sich wesentlich von den städtischen, nicht zuletzt wegen der sozial schwächeren Stellung der Landbevölkerung. So dominierte noch die Selbstversorgung mit Kartoffeln und Gemüse, Brot und konservierten Nahrungsmitteln. Geschlachtet wurde meist nur einmal im Jahr, und zwar im Winter. Bei warmen Temperaturen wäre das Fleisch zu schnell verdorben.
Somit hing der Speisezettel von den pflanzlichen Erträgen der jeweiligen Jahreszeiten ab. Statt auf geschmacklichen Genuss und Abwechslung war man mehr darauf bedacht satt zu werden und genügend Vorräte für das ganze Jahr zu haben.
Hinzu kamen allerdings bereits Genussmittel wie Kaffee, Zucker, Tabak, wobei letzterer natürlich den männlichen Familienmitgliedern vorbehalten war. In Baden wurde in der Regel dreimal am Tag gegessen: In der Frühe eine Suppe, mittags Kartoffeln und Gemüse. Wenn es kein frisches Gemüse gab, aß man saure Rüben, saures Weißkraut oder Mehlbrei und am Abend nochmals eine Suppe oder Kartoffeln mit Gemüse. 

Seite 3 von 6