Glas

Die ersten Glashütten in Deutschland sind zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstanden.
Die älteste Glashütte der Markgrafschaft Baden, gegründet 1698, lag auf dem Mittelberg bei Moosbronn; sie wurde im Jahre 1772 nach Gaggenau verlegt und bestand dort bis 1911.

Das Recht zum Betrieb von Glashütten erhielten die Unternehmer vom Markgrafen in Form eines Pachtvertrags, der bei Bedarf verlängert wurde. Da die Glasherstellung an bestimmte Rohstoffe gebunden ist, befanden sich die Hütten stets in Waldreichen Regionen und an Fluss- oder Bachläufen. Das Holz diente der Gewinnung von Pottasche. Ein weiterer Rohstoff war Kieselsäurehaltiges Gestein. War ein Gebiet abgeholzt, wurden die Betriebe in andere, noch unerschlossene Waldgegenden verlegt.

Pottasche als Flussmittel und der Quarzsand (Kieselsäure) waren also die Wichtigsten Grundbestandteile der Glasmasse. Um das Material beständig und fest zu machen, gab man dem Gemisch erst Kalk zu, dann noch etwas Salz.
Diese Masse kann schließlich gegossen, geblasen, gepresst, gewalzt, gewickelt oder gezogen werden.
Nach dem Brennvorgang bei ungefähr 850° C erhielt man ein grüngefärbtes Glas, das sogenannte „Waldglas“, bedingt durch die Eisenhaltigen Bestandteile (Eisenoxid) des Quarzsandes.

Die Herstellung von Farblosem, „weißem“ Glas gelang seit dem 17. Jahrhundert. Durch die Beimischung von Braunstein (Mangandioxid), Arsenik oder Salpeter wurde die grün Färbung aufgehoben oder wenigstens vermindert.
Farbiges Glas entsteht durch die Begabe von bestimmten Metalloxiden. Um beispielsweise eine Rotfärbung zu erzielen, gab man der Grundmasse Kupfer, Selen oder Gold hinzu. 

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